Jahrestage

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Re: Jahrestage

Beitragvon GG146 » Dienstag, 11. November 2014, 17:21:08

Der Postillon zum 25. Jahrestag des Mauerfalls: ;)

Montag, 10. November 2014

Deutschland gedenkt seines letzten gelungenen Großbauprojekts

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Berlin (dpo) - Mit einem großen Bürgerfest hat Deutschland gestern des Abrisses des letzten gelungenen Großbauprojekts auf heimischem Boden vor 25 Jahren gedacht. Mehr als eine Million Menschen kamen zum Höhepunkt der Feierlichkeiten rund um das Brandenburger Tor zusammen, um an das Ende der im August 1961 in Rekordzeit und innerhalb des angepeilten Budgets errichteten Berliner Mauer zu erinnern.

(...)

"Eines muss man den Ossis schon lassen", meint etwa Matthias D. aus Hamburg: "Die Elbphilharmonie wäre unter der Federführung des Ministeriums für Bauwesen der DDR zwar ein ebenso hässlicher Betonklotz geworden, dafür aber in 18 Monaten tip top fertig."
Die Organisatoren der Veranstaltung ließen schließlich 8.000 weiß beleuchtete Ballons in den Berliner Nachthimmel aufsteigen – offenbar eine Geste des Gedenkens an die tausenden Großbauprojekte auf deutschem Gebiet, die immer noch auf ihre Fertigstellung warten.


http://www.der-postillon.com/2014/11/deutschland-gedenkt-seines-letzten.html
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Re: Jahrestage

Beitragvon GG146 » Sonntag, 23. November 2014, 17:01:14

Ein 70. Todestag:

Erna Gertrude[1] Wazinski (* 7. September 1925 in Ihlow;[2] † 23. November 1944 in Wolfenbüttel) war eine deutsche Rüstungsarbeiterin. Sie wurde im Alter von 19 Jahren wegen angeblicher Plünderung nach dem Bombenangriff vom 15. Oktober auf Braunschweig von einer Nachbarin denunziert und vom Sondergericht Braunschweig auf Grundlage der am 5. September 1939 erlassenen Verordnung gegen Volksschädlinge (VVO) als „Volksschädling“ zum Tode verurteilt.[3]

Erna Wazinski, die ein Geständnis erst nach Misshandlungen durch Kriminalbeamte abgelegt hatte und für die zuvor zwei Gnadengesuche gestellt worden waren, starb im Strafgefängnis Wolfenbüttel unter dem Fallbeil. Der Fall kam nach dem Krieg über einen Zeitraum von 40 Jahren mehrmals wieder vor deutsche Gerichte. 1952 milderte ein Gericht das alte Strafmaß; 1991 erging aufgrund einer neuen Zeugenaussage ein Freispruch.[4] Nach dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile in der Strafrechtspflege am 1. September 1998 wurden alle Urteile nach der Volksschädlingsverordnung pauschal aufgehoben.[5]

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(...)

Otto Block, der im Auftrag der kränklichen Mutter Erna Wazinskis bis zu diesem Zeitpunkt sämtliche Verfahren betrieben hatte, verzweifelte angesichts der Aussichtslosigkeit seiner Bemühungen und hatte zunehmend Schwierigkeiten zwischen NS- und Nachkriegsrichtern zu unterscheiden, was schließlich zu einer Verurteilung wegen Beleidigung führte.[45] In einem weiteren Strafverfahren gegen Block wegen Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz (vom 13. Dezember 1935) erging zunächst ein rechtskräftiger Strafbefehl, welcher jedoch in der Revisionsverhandlung wieder verworfen wurde.[46]

(...)


http://de.wikipedia.org/wiki/Erna_Wazinski

Diese Geschichte sollte man insbesondere wegen der Rolle der deutschen Justiz darin nach Inkrafttreten des Grundgesetzes kennen. Daraus kann man nämlich lernen, dass noch so hehre und in eherne Verfassungsartikel gegossene Prinzipien nichts wert sind, wenn sie nicht von der Gesellschaft insgesamt gelebt werden. Wenn man ihre Durchsetzung in blindem vorauseilendem Vertrauen einer elitären (Richter-) Kaste überlässt, stehen sie alsbald in Gänze zur Disposition.
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Re: Jahrestage

Beitragvon GG146 » Mittwoch, 28. Januar 2015, 17:29:41

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Re: Jahrestage

Beitragvon GG146 » Sonntag, 10. Mai 2015, 16:29:49

10. Mai 1945

Sechs Tage nach Inkrafttreten der Teilkapitulation in Nordwestdeutschland und zwei Tage nach Inkrafttreten der bedingungslosen Gesamtkapitulation werden Fritz Wehrmann und zwei Kameraden, die die Truppe nach der Teilkapitulation verlassen hatten, wegen "Fahnenflucht" stand"recht"lich erschossen.

(...)

Nach der Teilkapitulation der deutschen Streitkräfte gegenüber den britischen Truppen im Norden am 4. Mai 1945 verließ Fritz Wehrmann mit drei Kameraden am 6. Mai 1945 seine Einheit, um nach Hause zurückzukehren.

(...)

Am Tag darauf trat an Bord der Buéa ein deutsches Kriegsgericht zusammen und verurteilte Fritz Wehrmann, Alfred Gail und Martin Schilling wegen Fahnenflucht zum Tode durch Erschießen.[3] Der vierte Matrose wurde zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Obwohl Petersen als Kommandeur und Kriegsgerichtsherr die Möglichkeit zur Begnadigung hatte, bestätigte er am 10. Mai 1945 die Todesurteile und ließ sie am Nachmittag des gleichen Tages, also am zweiten Tag nach der deutschen Kapitulation, auf dem Achterschiff der Buéa durch ein Erschießungskommando vollstrecken.[4][5]

(...)

Drei Prozesse wegen Totschlags und Rechtsbeugung wurden bis 1953 geführt, die mit Freisprüchen für alle Angeklagten endeten. Anna Wehrmann verkraftete den Tod zweier Söhne nicht und starb nach 20 Jahren im Pflegeheim 1983 in geistiger Umnachtung. Alfred Gails Mutter nahm sich nach dem letzten Prozess das Leben. Petersen machte nach dem Krieg Karriere als Geschäftsmann und beim Militärischen Abschirmdienst (MAD) und starb 1983.


https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Wehrmann_(Matrose)

Ich muss wohl nicht besonders hervorheben, dass die beiden Soldatenmütter in erster Linie Opfer der bundesdeutschen Nachkriegsjustiz sind und nur in zweiter Hinsicht Opfer des NS - Staates.
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Re: Jahrestage

Beitragvon GG146 » Mittwoch, 17. Juni 2015, 21:36:53

Bevor das Datum ganz in Vergessenheit gerät ...

17. Juni 1953

Aufstand des 17. Juni

(...)

Dieser erste antistalinistische Aufstand[1][2] hatte zahlreiche Ursachen, darunter der beschleunigte Aufbau des Sozialismus in der DDR, die damit verbundene Ignoranz der DDR-Führung gegenüber den Bedürfnissen der Arbeiterklasse einschließlich ihres Beschlusses, die Arbeitsnormen zu erhöhen, sowie weitere Fehler der SED.

Der Aufstand des 17. Juni wirkte außerdem als politisches Signal auf die Völker in den damaligen Ostblockstaaten.[3]

Der 17. Juni war von 1954 bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 als „Tag der deutschen Einheit“ der Nationalfeiertag der Bundesrepublik Deutschland.

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(...)


https://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_des_17._Juni
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Re: Jahrestage

Beitragvon GG146 » Sonntag, 28. Juni 2015, 21:33:35

Heute ist Christopher Street Day ... :)

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Tja, ältere Leute können sich nur schwer mit neuen Entwicklungen anfreunden ...
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Re: Jahrestage

Beitragvon GG146 » Dienstag, 30. Juni 2015, 21:30:46

30. Juni 1860

Das Datum der legendären Huxley-Wilberforce-Debatte:

(...)

„Der Bischof sprach eine halbe Stunde lang und machte dabei Darwin und Huxley entschieden lächerlich; dann wandte er sich an Huxley, der mit ihm auf dem Podium saß. Mit eisigem Sarkasmus stellte er seine berühmte Frage: Was Huxley behaupten wolle - stamme er nun über seinen Großvater oder seine Großmutter vom Affen ab? … Auf die Frage des Bischofs hin hatte Huxley dem überraschten Wissenschaftler, der neben ihm saß, aufs Knie geklopft und geflüstert: »Der Herr hat ihn mir in die Hand gegeben …«[2] [Huxley] stürzte sich auf die Argumente, die Wilberforce angeführt hatte … Er arbeitete sich bis zu ihrem Höhepunkt vor und rief aus, er empfinde keine Scham, weil er einen Affen als Vorfahren habe, aber er schäme sich für einen geistreichen Mann, der sich mit wissenschaftlichen Fragen beschäftige, von denen er nichts verstehe. Damit hatte Huxley eigentlich gesagt, ein Affe sei ihm als Vorfahr lieber als ein Bischof, und unter den Zuhörern herrschte kein Zweifel, was er gemeint hatte.

(...)


https://de.wikipedia.org/wiki/Huxley-Wi ... ce-Debatte

Das war vor 155 Jahren, aber geistreiche Menschen, die sich mit Dingen befassen, von denen sie nichts verstehen, gibt es heute wohl mehr als damals ... :?
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Re: Jahrestage

Beitragvon GG146 » Samstag, 25. Juli 2015, 02:03:58

25. Juli 1940

Si vis pacem para bellum - der Tag des Rütlirapports:

(...)

An diesem Tag bestellte der Oberbefehlshaber der Schweizer Armee, General Henri Guisan, sämtliche höheren Offiziere (ab Stufe Major) zum Rapport auf die Rütliwiese. Er informierte sie über den Reduit-Plan, im Falle eines Angriffs der Achsenmächte die Verteidigung der Schweiz auf das Gebiet der Hochalpen mit den wichtigen Passübergängen, vor allem dem Gotthardmassiv zu konzentrieren und alle Zufahrten zu den Bergen notfalls zu zerstören. Sein Operationsbefehl Nr. 12 vom 17. Juli 1940 hatte die Verschiebung von fünf Divisionen (Div 1, 3, 8; 7 und 9 waren bereits dort) in die Voralpen und Alpen veranlasst.

(...)


Henri Guisan, der einzige Stratege in der Zeit des 2. Weltkriegs, der alle strategischen Ziele (nämlich die Schweiz aus dem Krieg herauszuhalten) zu exakt 100 % erreicht hat:

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... was ihm die Schweizer 68`er beim besten Willen nicht verzeihen konnten: ;)

(...)

Unter dem Einfluss der 68er-Generation wurde auch die Wichtigkeit Guisans und der Mythos, der sich um seine Person rankt, durch Historiker wie Jakob Tanner und Hans Ulrich Jost in Frage gestellt und die Bedeutung des Réduits relativiert.[3] Eine Rolle spielte um diese Zeit herum und später auch, dass sehr viele wichtige Dokumente der Kriegszeit erst damals, nach einer 35-jährigen Sperrfrist, der Forschung zugänglich wurden[4]. Und auch der erste Guisan-Biograph, der Bundesarchiv-Akten verwendete, Willi Gautschi, relativierte die Leistung des Rütli-Rapports insofern, als er auf die unmittelbar danach folgende Anregung des Generals an den Bundesrat verwies, eine diplomatische Vermittlungs-Mission nach Berlin zu entsenden – was die Landesregierung jedoch ablehnte.

(...)


https://de.wikipedia.org/wiki/Henri_Guisan



„Die Dankbarkeit ist kein Gefühl von langer Dauer. Und wenn die öffentliche Meinung Ihre Verdienste um die Erhaltung der Freiheit des Landes heute noch würdigt, so kann doch diese Anerkennung bald verblassen. Nur in bescheidenem Masse werden Sie mit dem Aktivdienst als einem moralischen Kapital rechnen können – so schön und so kostbar Ihre, unsere Erinnerungen an diese Zeit auch sind. Genau genommen zählt dieses Kapital nur für Sie selbst und für Ihre Kameraden.“

– General Henri Guisan
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Re: Jahrestage

Beitragvon GG146 » Donnerstag, 06. August 2015, 22:01:14

06. August 1945

Die USA werfen die erste Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima ab:

70 Jahre Hiroshima

Gerechtfertigt? Kriegsentscheidend?

(...)

Besonders frisch waren die Erfahrungen aus den Schlachten um Iwo Jima und Okinawa. Daraus schlossen viele Militärs, dass ein Angriff auf die japanischen Hauptinseln ein Vielfaches an Toten fordern würde. Das waren Hochrechnungen, die allerdings für viele überaus plausibel klangen.

Wenn in einer solchen Situation plötzlich eine Waffe zur Verfügung steht, die eine langwierige und überaus blutige Eroberung überflüssig machen kann, ist die Versuchung groß, sie auch einzusetzen. Hinzu kam, wie man heute weiß, auch ein Element wissenschaftlicher Neugier. Nuklearwaffen waren etwas Neues. Die Wirkung der Bombe konnten Wissenschaftler zwar theoretisch berechnen. Aber der Praxistest stand noch aus.

(...)


http://www.faz.net/aktuell/politik/70-j ... 36898.html

Immerhin räumen die Mainstream Medien heutzutage schon ein, dass da auch ein "Element wissenschaftlicher Neugier hinzukam". Nach allem, was ich über das Thema gelesen und gehört habe, fürchte ich allerdings auch ganz ohne antiamerikanische Anwandlungen, dass die "wissenschaftliche Neugier" das Hauptmotiv für den Atombombeneinsatz war, gefolgt von der Zielsetzung, die Sowjets zu beeindrucken.

Für das vorgegebene Motiv, horrende Verluste bei der Eroberung Japans zu vermeiden, bleibt da nicht mehr sehr viel Raum - zumal es zu dem fraglichen Zeitpunkt klar war, dass die japanische Regierung wahrscheinlich den Kriegseintritt der Sowjetunion zum Anlass nehmen würde, ohne Gesichtsverlust zu kapitulieren.
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Re: Jahrestage

Beitragvon GG146 » Sonntag, 07. Februar 2016, 12:26:38

7. Februar 1971

Die Schweizer Demokratie ( nur nichts übereilen ;) ) kommt im 20. Jahrhundert an:

(...)

Das Frauenstimmrecht in der Schweiz (Stimm- und Wahlrecht) wurde durch eine eidgenössische Abstimmung am 7. Februar 1971 eingeführt. Formell wurde das Frauenstimmrecht am 16. März 1971 wirksam. Die Schweiz war somit eines der letzten europäischen Länder, welches seiner weiblichen Bevölkerung die vollen Bürgerrechte zugestand, doch sie war das erste Land, in dem dies durch eine Volksabstimmung (des männlichen Teils der Bevölkerung) geschah.

(...)


https://de.wikipedia.org/wiki/Frauensti ... er_Schweiz
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