Neues aus der Medienwelt

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Re: Neues aus der Medienwelt

Beitragvon GG146 » Sonntag, 29. November 2015, 16:21:38

Auf dem Facebook - Profil von Boris Reitschuster gesehen:

Wir signalisieren Putin: „Bitte schlag uns!“. Der Kremlherr hat die Krim okkupiert und einen Krieg in der Ostukraine entfacht, mit 8000 Toten. Wir antworteten mit Mini-Sanktionen; viele Politiker fordern, die jetzt zu lockern. Die Türkei hat nach massiven Luftraumverletzungen und Bombardierung von turkmenischen Dörfern durch Moskau, nach wiederholten Warnungen einen russischen Kampfjet abgeschossen. Ein Pilot starb, und Putin reagiert darauf mit Sanktionen, die viel weiter gehen als unsere. Putin hat nach eigenen Worten aus seiner Kindheit die Lehre gezogen, dass nur Stärke zählt. Zitat: „Die Schwachen werden geschlagen.“ Wir zeigen Putin, wie schwach wir sind. Er testet uns, unsere Grenzen, und wir merken es nicht einmal. Wenn wir die Sanktionen wirklich streichen, senden wir damit das Signal nach Moskau, dass Angriffskriege straffrei bleiben. Der nächste kommt dann bestimmt.
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>> Die Türkei hat nach massiven Luftraumverletzungen und Bombardierung von turkmenischen Dörfern durch Moskau, nach wiederholten Warnungen einen russischen Kampfjet abgeschossen. <<

Da hat der Herr Reitschuster sich wohl die (gelogene) offizielle türkische Version der Geschichte aus den Medienberichten herausgepickt. Der putinesken Lügenkultur mit konkurrierenden Lügen begegnen zu wollen, halte ich allerdings für eine ganz schlechte Idee.

Leute wie Putin müssen nur die Wahrheit fürchten und nicht die Konkurrenz anderer perfider Lügner.
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Re: Neues aus der Medienwelt

Beitragvon GG146 » Samstag, 09. Januar 2016, 17:02:53

Bis auf den letzten Satz ist das ein guter Kommentar:

Öffentlich-rechtliche Regie

Wer zur Gewalt in Köln nicht gefragt ist

(...)

Der Kriminologe Christian Pfeiffer, der früher einmal Justizminister in Niedersachsen war, ist zurzeit wieder ein gefragter Mann,

(...)

Er solle im Zusammenhang mit den sexuellen Gewalttaten gegen Frauen in der Silvesternacht in Köln nicht von Flüchtlingen sprechen, habe ihn ein Fernsehredakteur kürzlich vor einer Sendung angewiesen, sagte Pfeiffer, als er am Donnerstagabend in der „Phoenix Runde“ zu Gast war. Sonst, wurde Pfeiffer gesagt, breche man das Interview sofort ab: was für ein Paradebeispiel für ein Nichtwahrhabenwollen, das ob der sich verdichtenden Informationen über die Nacht von Köln nur noch absurd wirkt. Es spielt den Rechtsextremen und denen, welche die Presse als Schweigekartell betrachten, perfekt in die Hände. Es ist das Gegenteil von Journalismus.

(...)

Die Silvesternacht von Köln ist auch ein Stresstest für den Journalismus.


http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 04450.html

Von einem "Stresstest" kann man nun wirklich nicht reden bzw. schreiben, wenn das Versagen bereits im Pressekodex vorgeschrieben ist:

(...)

Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.

Richtlinie 12.1 – Berichterstattung über Straftaten
In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.

Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

(...)


http://www.presserat.de/pressekodex/pre ... inierungen

Der von allen drei Staatsgewalten gewollte und mitgetragene große Meinungsfilter ist ein Versagen des bundesdeutschen Systems insgesamt und nicht speziell der Journalisten.

Bild
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Re: Neues aus der Medienwelt

Beitragvon schlau » Donnerstag, 19. Mai 2016, 19:13:07

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Re: Neues aus der Medienwelt

Beitragvon GG146 » Donnerstag, 16. Juni 2016, 14:15:21

Für eine Karriere im Springer - Konzern haben sich diese Volontäre jedenfalls qualifiziert. Genau solche Leute braucht insbesondere die Bildzeitung.

Die Petry-Lügen-Studie: Eine Ente aus dem Märchenland

Von Ansgar Neuhof.


(...)

Zwölf dieser Volontäre des Ausbildungsjahrgangs 2014 hatten eine durchaus interessante Idee. Sie untersuchten die Aussagen von sieben Politikern in Talkshows wie Maischberger oder Maybritt Illner auf ihren Wahrheitsgehalt.

Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, daß Frauke Petry die meisten Falschaussagen gemacht habe; immerhin 15,8% ihrer Tatsachenbehauptungen seien komplett falsch. Die Zeitung „Die Welt“ titelte daraufhin: "Studie entlarvt Petry als Falschaussagen-Spitzenreiterin".

(...)

1. Veränderung des Inhalts einer Aussage. Am 27.01.2016 sagte Petry wörtlich zum Thema Zuwanderung: "Die Obergrenze wird aus der SPD gefordert." Die Kölner Volontäre machen daraus folgende zu überprüfende Tatsachenbehauptung: "Die SPD fordert eine Obergrenze." Das jedoch hat Petry nicht gesagt; sie hat nämlich nicht gesagt, daß eine Obergrenze von der SPD, sondern daß sie aus der SPD gefordert werde.

(...)

2. Manipulative Änderung des Bezugsmaßstabs. Ebenfalls am 27.01.2016 sagte Petry: "Ein Großteil der Asylbewerber hat kein Recht auf Asyl."

(...)

Um Frau Petry die Unwahrheit vorwerfen zu können, müssen sich die Kölner Volontäre zunächst die Statistik zurechtbiegen. Dazu rechnen sie einfach mal alle heraus, die zwar kein Asyl erhalten haben, aber auch nicht förmlich abgelehnt worden sind, sondern deren Verfahren sich anderweitig erledigt hat. Doch auch diese Personen haben nun einmal kein Recht auf Asyl gehabt – und nur darum geht es in Petrys Aussage. Was die Volontäre tun, ist es etwa so seriös, als wenn man in der Fußball-Bundesliga-Tabelle alle Bayern-Siege mit nur einem Tor Unterschied herausrechnet und dann behauptet, Dortmund sei Meister geworden.

(...)

3. Zukunftsprognosen als Wahrheitsbeweis. Zuletzt noch zu Petrys Aussage am 10.03.2016, wonach die Kosten für die Flüchtlinge bei jährlich mindestens 50 Milliarden Euro liegen.

(...)

Die Volontäre haben Recht, wenn sie Petrys Aussage an den Prognosen der beiden genannten Institute messen. Doch Petry hatte sich gar nicht auf diese beiden Institute bezogen. Ihr steht es selbstverständlich frei, Berechnungen anderer Institute/Personen oder auch ihre eigenen Berechnungen zugrundezulegen.

(...)


http://www.achgut.com/artikel/die_petry ... erchenland
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Re: Neues aus der Medienwelt

Beitragvon GG146 » Freitag, 12. August 2016, 12:29:55

Da muss man sich nicht wundern, wenn insbesondere die Ostdeutschen sich an die manipulativen DDR - Staatsmedien erinnert fühlen und zunehmend rechtsdrehenden Internetschreibern Glauben schenken. :roll:

Flüchtlingsberichterstattung

Apropos Willkommenskultur

Diese Studie eckt an: Die Hamburg Media School hat untersucht, wie die Medien zur Flüchtlingskrise berichteten. Es zeigt sich, dass Angela Merkels „Wir schaffen das“ lange wirkte.

(...)

Sieben Beiträge pro Zeitung pro Tag

Mit dem wachsenden Zustrom von Geflüchteten sei die Berichterstattung, welche die Willkommenskultur thematisierte, regelrecht explodiert: Für das Jahr 2015 zählte Haller 19.000 Beiträge, 4.000 mehr zum Thema als in den sechs vorherigen Jahren zusammen. Zwischen Juli und September 2015, als die Flüchtlingskrise ihren Höhepunkt erreichte, hätten einzelne Zeitungen im Durchschnitt sieben entsprechende Beiträge pro Tag gebracht.

Insgesamt seien 82 Prozent aller Beiträge zur Flüchtlingsthematik positiv konnotiert gewesen, zwölf Prozent rein berichtend, sechs Prozent hätten die Flüchtlingspolitik problematisiert. Reichweitenstarke Medien hätten sich das Motto der Bundeskanzlerin - „Wir schaffen das“ - zu eigen gemacht. Haller zitiert die „Zeit“, die im August 2015 mit „Willkommen!“ titelte.

(...)


http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 78135.html
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Re: Neues aus der Medienwelt

Beitragvon GG146 » Sonntag, 09. Oktober 2016, 19:08:21

Die Umfrageergebnisse der ARD sind eindeutig, es geht weiter wie gehabt ...

Bild
Zuletzt geändert von GG146 am Montag, 12. Dezember 2016, 14:07:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neues aus der Medienwelt

Beitragvon GG146 » Montag, 12. Dezember 2016, 14:04:50

Auf Facebook gesehen und kommentiert:

Der schmutzige Erfolg der Denunzianten

Es steht 1:0 für Scholz, Hensel & Freunde. Gerald Hensel, Stratege bei der Werbeagentur Scholz & Friends und Initiator der Kampagne "#KeinGeldfuerRechts“, hat auf seiner Seite „davaidavai.com“ deutsche Unternehmen dazu aufgerufen, „rechte Medien“ nicht durch Werbung zu unterstützen. „So soll rechten Webseiten die finanzielle Basis entzogen werden.“ Hensel wollte seinen Aufruf zum Boykott freilich nicht als Boykottaufruf verstanden wissen, nur als eine Art Orientierungshilfe für die angesprochenen Unternehmen. Er sagt: „Es wird oft so getan, als ob ich Volksaufklärer wäre oder Unternehmen sage, was sie zu tun haben. Das obliegt jedem Unternehmen selbst.“ Die Entscheidung, ob ein Unternehmen weiterhin auf einer bestimmten Seite Werbung schaltet oder nicht, bleibe dem jeweiligen Unternehmen überlassen.

(...)

Man kann, finde ich, auch nicht mit absoluter Gewissheit behaupten, dass die feschen SA-Leute, die am 1. April 1933 vor jüdischen Geschäften Posten bezogen, einen Boykott jüdischer Geschäfte im Sinn hatten. Vielleicht wollten sie die Passanten nur darauf aufmerksam machen, wem die Geschäfte gehören, wobei es jedem Kunden überlassen blieb, ob er in dem jeweiligen Geschäft einkauft oder nicht.

(...)


http://www.achgut.com/artikel/der_schmu ... nunzianten

Wenn solche Boykottaufrufe jemals zu einer krisenhaften Situation für die Meinungsfreiheit und damit für die Demokratie an sich führen sollten, dann wird das die Art von Krise sein, in der auch große Chancen liegen.

Die schweigende Mehrheit hätte dann nämlich neben der ( wg. Alternativlosigkeit & Co. ) zunehmend leerlaufenden Macht an der Wahlurne eine zusätzliche Machtposition: die des zahlenden Kunden.

König Kunde muss sich nicht von jedem dahergelaufenen Koofmich vorschreiben lassen, was er lesen darf und was nicht.

Der kann einen Boykott mit einem Gegenboykott beantworten und so für Verfassungsrechtsgüter einstehen, die man durch die Teilnahme an Parlamentswahlen nicht mehr schützen kann.

Siehe auch:

http://www.achgut.com/artikel/das_deuts ... _mitmachen
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