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Beitragvon GG146 » Dienstag, 21. April 2015, 20:11:30

Das ist mal eine erfreuliche Entwicklung in der Rechtsprechung:

Amtsgericht Schöneberg, Urteil vom 17.04.2015 - 17 C 113/14

Ausgerutscht im Supermarkt - Zur Kühlung der Verletzungen keinen teuren Fisch?

(...)

Im folgenden Fall ging es um eine Frau, die in einem Supermarkt auf einer Wasserlache ausgerutscht ist. Um die Verletzungen zu kühlen, hatte eine andere Kundin einen Fisch geholt, worüber sich die Mitarbeiterin empörte, einen so teuren Fisch zu verwenden. Das Gericht warf der Beklagten mangelnde Empathie vor.

(...)

Das Amtsgericht Schöneberg kam in seinem Urteil (Az. 17 C 113/14) nicht umhin, eine mangelnde Empathie und hartnäckige Regulierungsverweigerung der Beklagten zu konstatieren. Dieses Verhalten begann unmittelbar nach dem Unfall mit der vollkommen deplazierten Bemerkung, es hätte doch auch ein billigerer Tiefkühlfisch zur Linderung der Schmerzen der Klägerin benutzt werden können. Das Verhalten setzte sich in der Regulierung fort.

(...)


http://www.rechtsindex.de/recht-urteile/4926-ausgerutscht-im-supermarkt-zur-kuehlung-der-verletzungen-keinen-teuren-fisch

Wer sich gegenüber dem Prozessgegner lumpenhaft verhält, zahlt ein erhöhtes Schmerzensgeld.
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Re: Urteile

Beitragvon GG146 » Sonntag, 03. Mai 2015, 14:27:02

Einerseits möchte ich auch keine Faschos in der Bundeswehr sehen, andererseits habe ich mit dieser "Trennung der Anforderungen" ein kleines Problem:

Verwaltungsgericht Ansbach, Urteil vom 11.03.2015 - AN 11 K 14.00127

Urteil: Bundeswehr und die verschwiegene NPD-Mitgliedschaft

(...)

Der Kläger wandte sich mit Beschwerde und - nach deren Misserfolg - mit Klage gegen die Entlassung aus der Bundeswehr. Zu deren Begründung führte er an, dass einerseits die Mitgliedschaft in der NPD nicht nachgewiesen sei. Andererseits sei aber bereits die Frage nach einer (früheren oder aktuellen) Mitgliedschaft in der NPD nicht zulässig.

(...)

Die Frage sei auch zulässig. Denn nach § 8 des Soldatengesetzes (SG) müsse jeder Soldat die freiheitlich-demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes anerkennen und durch sein gesamtes Verhalten für ihre Erhaltung eintreten. Die frühere oder aktuelle Mitgliedschaft eines Bewerbers für das Amt eines SaZ in einer Partei, deren Ziele auch nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (u.a. BVerwGE 83,136) mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vereinbar seien, stelle aber diese Bereitschaft des Bewerbers in Frage.

Von diesen Anforderungen an Soldaten seien die Kriterien zu trennen, die für ein Parteienverbot nach Art. 21 Abs. 2 GG erfüllt sein müssen.

(...)


http://www.rechtsindex.de/verwaltungsrecht/4954-urteil-bundeswehr-und-die-verschwiegene-npd-mitgliedschaft

Wenn die Exekutive wegen dieser getrennten Anforderungen nämlich in die Grundrechte von Leuten eingreifen darf, deren politischer Verein (noch) nicht verboten ist, können die Parteien, die gerade die Exekutive stellen (also die politische Macht haben), die Trennung zur Umgehung der Anforderungen missbrauchen. Wenn das Bundesverfassungsgericht sich überhaupt nicht zu der konkreten Partei äußern muss, können die parteipolitischen Gegner, die gerade an der Macht sind, sich die Konkurrenz ja auch durch willkürliche Unterstellungen vom Hals halten. Das ist zwar im Falle der NPD nicht so, dass es grundsätzlich möglich ist, stört mich allerdings schon etwas.
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Re: Urteile

Beitragvon GG146 » Dienstag, 26. Mai 2015, 16:30:49

Da drängt sich der Verdacht auf, dass die Richterin selbst promoviert haben könnte ... :roll:

Amtsgericht München, Urteil vom 28.11.2014 - 474 C 18543/14

"Sie promovierter Arsch" - Vermieter kündigt fristlos nach Beleidigung

Beleidigt ein Mieter seinen Vermieter mit den Worten "Sie promovierter Arsch", wiegt die Beleidigung so schwer, dass dem Vermieter nicht zugemutet werden kann, das Mietverhältnis fort zu setzen. Das hat das Amtsgericht München durch Urteil entschieden.

(...)


http://www.rechtsindex.de/mietrecht/4970-sie-promovierter-arsch-vermieter-kuendigt-fristlos-nach-beleidigung


Ich nehme mal an, dass nach Auffassung des LG Oldenburg auch Richtern kein Schmerzensgeld zusteht, wenn sie im Zusammenhang mit ihren dienstlichen Aufgaben beleidigt werden ... oder vielleicht doch? :roll:

Landgericht Oldenburg, Hinweisbeschluss vom 07.02.2013 - 5 S 595/12

LG Oldenburg: Vulgäre Beleidigung eines Polizisten - Kein Schmerzensgeld!

(...)

Der Sachverhalt

Ein Polizeibeamter nahm einen alkoholisierten Mann zur Blutentnahme mit auf die Dienststelle, nachdem er ihn Rad fahrend angetroffen und in seiner Atemluft Alkoholgeruch festgestellt hatte. Hierbei beleidigte der Mann den Polizist mit Äußerungen wie "Wichser", "Scheiß Bullenschwein", "Arschwichser" und "dummes Arschloch".

(...)

LG Oldenburg sieht keinen schwerwiegenden Eingriff

[...] Bei Beleidigungen wie „Scheiß Bullenschwein“ oder „dummes Arschloch“ handelt es sich um Beschimpfungen, die sich im Wesentlichen nicht gegen den Kläger als Person, sondern in seiner Eigenschaft als Polizist gerichtet haben. Solche Beschimpfungen, die nicht an die individuellen Eigenschaften des Verletzten anknüpfen und bei denen keine weiteren Elemente hinzutreten - wie etwa Anspucken - reichen für eine eine Geldentschädigung rechtfertigende schwerwiegende Beeinträchtigung grundsätzlich nicht aus (vgl. LG Münster, Urteil vom 29.08.2002, 8 S 210/02),

(...)

Wie entscheiden andere Gerichte?

Der Kammer ist bei dieser Entscheidung klar, dass es Gerichte gibt, die bei Beleidigungen auch ein Schmerzgeld zusprechen. So hat das AG Böblingen einer Polizeibeamtin ein Schmerzensgeld von 300 € zugesprochen, die von einem angetrunkenen Randalierer auf das Übelste sexuell beschimpft worden war (Urt. vom 16.11.2006 - 3 C 1899/06 - zitiert bei Juris).

(...)


http://www.rechtsindex.de/recht-urteile/3812-lg-oldenburg-vulgaere-beleidigung-eines-polizisten-kein-schmerzensgeld


Ja klar, Tausende von deutschen Patienten sterben jedes Jahr an multiresistenten Keimen und in den Niederlanden werden Deutsche deshalb in Krankenhäusern schon in Quarantäne genommen, aber beweisen lässt sich im Einzelfall natürlich gar nichts:

Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 14.04.2015 - 26 U 125/13

Urteil OLG Hamm: Krank im Krankenhaus durch Krankenhaus-Bakterien

(...)

Nach Urteil (Az. 26 U 125/13) des OLG Hamm blieb die Klage ohne Erfolg. Nach dem Einholen eines medizinischen Sachverständigengutachtens konnte der 26. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm keine von dem beklagten Krankenhaus zu verantwortenden Behandlungsfehler feststellen. In Bezug auf die beanstandete Hygiene habe die Klägerin keinen Mangel nachgewiesen.

nsoweit komme auch keine Umkehr der Beweislast unter dem Gesichtspunkt eines vom Krankenhaus voll beherrschbaren Geschehens in Betracht. Nach den Angaben des Sachverständigen gebe es in Deutschland keinen medizinischen Standard, der jegliche Art von Infektionen ausschließe. Ein solcher Standard sei allenfalls theoretisch vorstellbar, im Klinikalltag aber praktisch nicht zu erreichen.

(...)


http://www.rechtsindex.de/recht-urteile/5000-urteil-olg-hamm-krank-im-krankenhaus-durch-krankenhaus-bakterien

Die Justiz ist schließlich nicht dafür da, monströse Missstände so anzugreifen, dass weitreichende Reformen notwendig werden, jedenfalls nicht in Deutschland. Das könnte ja die politische Klasse insgesamt und damit die Parteifreunde / Verwandten / Studienkollegen der Richter ins Schwitzen bringen ... :roll:
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Re: Urteile

Beitragvon GG146 » Freitag, 12. Juni 2015, 22:17:16

Was für eine schmierige Masche, zu Ermittlungserfolgen zu kommen ... :evil:

Bundesgerichtshof, Urteil vom 10.06.2015 - 2 StR 97/14

BGH ändert Rechtsprechung: Rechtsstaatswidrige Tatprovokation durch Verdeckte Ermittler der Polizei

(...)

Über einen Zeitraum von mehreren Monaten versuchten die verdeckten Ermittler, die Beschuldigten dazu zu bringen, ihnen große Mengen "Ecstacy"-Tabletten aus den Niederlanden zu besorgen. Die Beschuldigten weigerten sich, dies zu tun. Erst als einer der verdeckten Ermittler drohend auftrat und ein anderer wahrheitswidrig behauptete, wenn er seinen Hinterleuten das Rauschgift nicht besorge, werde seine Familie mit dem Tod bedroht, halfen die Beschuldigten in zwei Fällen ohne jedes Entgelt bei der Beschaffung und Einfuhr von Extacy aus den Niederlanden.

(...)

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat am 23. Oktober 2014 entschieden, dass eine solche "Strafzumessungslösung" nicht ausreiche, um die Menschenrechtsverletzung zu kompensieren, die darin liegt, dass ein unschuldiger, unverdächtiger Mensch zum "Werkzeug" der Kriminalpolitik gemacht wird, indem staatliche Behörden selbst ihn anstiften, eine Straftat zu begehen, um diese anschließend - zur Abschreckung anderer - bestrafen zu können. Daher war die Bundesrepublik in einem anderen Fall vom EGMR verurteilt worden.

Der 2. Strafsenat hat vor diesem Hintergrund die Rechtsprechung geändert (Urteil, Az. 2 StR 97/14). Da der Begriff der so genannten "rechtsstaatwidrigen Tatprovokation", wie ihn der EGMR definiert, weiter ist als der des Bundesgerichtsgerichtshofs - also die Voraussetzungen bereits bei geringeren aktiven Einflussnahmen erfüllt sind -, gilt der Rechtssatz des EGMR, wonach eine bloße Strafmilderung nicht ausreicht, jedenfalls auch in allen Fällen, in denen der Bundesgerichtshof eine rechtsstaatswidrige Provokation als gegeben ansieht.

(...)


http://www.rechtsindex.de/recht-urteile ... er-polizei

Dass so etwas erst von EGHMR abgestellt werden muss, kann man wohl kaum als "Happy End" ansehen. Die deutschen Richter, die diese Sauerei bis zum europäischen Ende mitgemacht haben, können sich jetzt anderen Sauereien widmen - obwohl sie bewiesen haben, dass sie für ihren Job nicht geeignet sind.
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Re: Urteile

Beitragvon GG146 » Dienstag, 23. Juni 2015, 16:03:33

Das Urteil wird m. M. n. vor dem Bundesarbeitsgericht keinen Bestand haben:

Landesarbeitsgericht Bremen, Urteil vom 17.06.2015 - 3 Sa 129/14

Arbeitsniederlegung: "Mit einem Kinderschänder arbeiten wir nicht zusammen!"

Weigert sich ein erheblicher Teil der Belegschaft mit einem wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Arbeitnehmer nach verbüßter Haftstrafe zusammenzuarbeiten, kann dies nach wiederholten Arbeitsniederlegungen von Kollegen den Ausspruch einer sog. "Druckkündigung" rechtfertigen.

(...)

Das Landesarbeitsgericht hat wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles die Revision zum Bundesarbeitsgericht zugelassen. Aufgrund des Urteils des Landesarbeitsgerichts ist die Arbeitgeberin derzeit nicht verpflichtet, den gekündigten Arbeitnehmer zu beschäftigen.

(...)

Kommt es aufgrund wiederholter Arbeitsniederlegungen zu erheblichen Störungen des Betriebsablaufes, ist ein Arbeitgeber nicht verpflichtet, arbeitsrechtliche Sanktionen gegenüber den Kollegen des vorbestraften Arbeitnehmers auszusprechen, wenn solche aufgrund des zerstörten Vertrauensverhältnisses zwischen dem gekündigten Arbeitnehmer und seinen Kollegen keinen Erfolg versprechen den Betriebsfrieden wiederherzustellen.


http://www.rechtsindex.de/arbeitsrecht/ ... schaenders

Die sogenannte "Druckkündigung" kann immer nur das letzte Mittel sein, erheblichen Schaden von dem Betrieb abzuwenden. Rechtswidrig streikende Hafenarbeiter sind aber ganz bestimmt nicht schwer zu ersetzen. Das BAG wird denen kaum die faktische Macht zugestehen, das Staatsziel der Resozialisierung von Straftätern zu konterkarieren und so durch deren soziale Vernichtung die Wiederholungsgefahr (in diesem Fall auf Kosten von Kindern) zu erhöhen.
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Re: Urteile

Beitragvon GG146 » Donnerstag, 25. Juni 2015, 20:46:05

Sozialgericht Berlin, Urteil vom 23.03.2015 - S 175 AS 15482/14

Urteil: Keine Hartz IV-Kürzung für Wurstverkäuferin auf Diät

Ein Wurstwarenbetrieb stellte seinen Mitarbeitern eine kostenlose Pausenverpflegung bereit. Einer Wurstverkäuferin, die aufstockendes Hartz-IV erhielt, war das Essen jedoch zu fett und kohlenhydratreich und verzichtete darauf. Trotzdem rechnete das Jobcenter eine Pauschale für die Pausenverpflegung als Einkommen an.

(...)

Mit Urteil (Az. S 175 AS 15482/14) hat das Sozialgericht Berlin nach mündlicher Verhandlung der Klägerin Recht gegeben und die Bescheide des Jobcenters abgeändert. Die entsprechende Vorschrift der ALG II-Verordnung (§ 2 Abs. 5) zur Anrechnung von Verpflegung verstoße gegen höherrangiges Recht.

(...)

Selbst aber wenn man die Wirksamkeit der Vorschrift unterstellen würde, hätte sie einschränkend ausgelegt werden müssen. Unter Beachtung des Selbstbestimmungsrechts und der allgemeinen Handlungsfreiheit der Leistungsbezieher könne eine Anrechnung von Verpflegung nur erfolgen, wenn sie auch tatsächlich verzehrt worden ist.

(...)


http://www.rechtsindex.de/sozialrecht/5 ... -auf-diaet

Der Fall ist ein gutes Beispiel dafür, dass jeder Richter eine verfassungswidrige RechtsVERORDNUNG ohne Umweg über das Bundesverfassungsgericht in die Tonne treten kann, während ein verfassungswidriges ParlamentsGESETZ nur mittels einer Richtervorlage vor dem BVerfG angegriffen werden kann. Auch die Bezugnahme auf Art. 2 GG ist vollkommen zutreffend.

Abgesehen davon hatte die Klägerin in dem konkreten Fall ernsthafte gesundheitliche Gründe, das angebotene Essen abzulehnen. Wenn sie aus weitergehenden gesundheitlichen Gründen eine besondere Diät bräuchte, müsste das Jobcenter nach § 21 Abs. 5 SGB II sogar für den finanziellen Mehrbedarf aufkommen. Im Kontext mit dieser Regelung erscheint die mit der Klage angegriffene Entscheidung geradezu als absurd.
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Re: Urteile

Beitragvon GG146 » Samstag, 27. Juni 2015, 18:06:41

Die sehr kurze Liste der Verurteilungen deutscher Richter wegen Rechtsbeugung ist um einen Fall verlängert worden:

LG Erfurt verurteilt Bußgeldrichter

Bewährungsstrafe wegen Rechtsbeugung

Der Richter, der aus lauter Ärger über unvollständige Behördenakten mehrere Raser ungeschoren hatte davonkommen lassen, ist am Freitag vom LG Erfurt zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt worden.

(...)

Der 60-Jährige hatte zwischen 2005 und 2011 zahlreiche Verkehrssünder freigesprochen. Hintergrund waren unvollständige Akten, in denen Messprotokolle oder Eichscheine für Messgeräte fehlten. Der Prozess war neu aufgerollt worden, nachdem der Bundesgerichtshof einen vorangegangenen Freispruch aufgehoben hatte.


http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/l ... ung-raser/

Wieder einmal handelt es sich um einen Richter, der sich ganz alleine gegen die herrschende Rechts- bzw. Machtpraxis und auf die Seite der Beschuldigten, denen von den Richterkollegen regelmäßig die Möglichkeit zur Führung von Entlastungsbeweisen eingeschränkt wird, gestellt und so zum Nestbeschmutzer gemacht hat.

So eine Verurteilung wegen Rechtsbeugung kann man m. M. n. nur als die Art von Ausnahme von dem Prinzip "eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" ansehen, die die Regel bestätigt.
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Re: Urteile

Beitragvon GG146 » Mittwoch, 15. Juli 2015, 20:14:32

Vom schlauen Forum hierher kopiert:

staber hat geschrieben:Schuldig der Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen, vier Jahre Haft - so lautet das Urteil im Auschwitz-Prozess gegen den früheren SS-Mann Gröning. Damit ging das Lüneburger Gericht noch über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Ob der 94-Jährige tatsächlich ins Gefängnis kommt, ist aber fraglich.
http://www.tagesschau.de/inland/groenin ... l-103.html

Das Urteil spiegelt einmal mehr typisches Gutmenschentum wieder. Einen 94 jährigen zu 4 Jahren Knast zu verdonnern, der zugegeben hat was er getan und es schon lange bereut hat. Wäre er damals seiner Obrigkeit ungehorsam gewesen, hätte man ihn erschossen. Heute hat ihn für seinen damaligen Gehorsam dafür das harte Urteil der Gutmenschen ereilt. Wie absurd.


Jetzt muss man natürlich nach noch lebenden Reichsbahn - Mitarbeitern suchen, die weitaus eindeutiger Beihilfe geleistet haben als ein Buchhalter in Auschwitz. Eine genauere Betrachtung sämtlicher Justizangehörigen der NS - Zeit, die von den Verbrechen wussten und keine Verfahren eingeleitet haben, wäre vielleicht jetzt auch langsam mal angezeigt ...
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Re: Urteile

Beitragvon GG146 » Donnerstag, 12. November 2015, 09:08:43

Wer nach einem Unfall Schadensersatzansprüche geltend macht, ohne sein Fahrzeug tatsächlich reparieren zu lassen, kann nicht unbedingt die fiktiven Reparaturkosten in einer besonders teuren markengebundenen Fachwerkstatt ansetzen:

BGH zum Ersatz fiktiver Reparaturkosten

Wer den Schaden hat…

Lässt ein Versicherter den Schaden an seinem Auto nicht reparieren, kann er dann die Kosten einer teuren Vertragswerkstatt oder nur die einer günstigen freien ersetzt verlangen? Der BGH meint: Es kommt drauf an.

(...)

Lässt der Geschädigte vollständig und fachgerecht reparieren, erhält er die Kfz-Reparaturkosten von seinem Kaskoversicherer erstattet. Problematisch wird es dann, wenn die Reparaturkosten lediglich fiktiv, also auf Basis eines Gutachtens oder eines Kostenvoranschlages abgerechnet werden sollen. In diesen Fällen verweisen Kaskoversicherer oftmals auf anderweitige günstigere Reparaturmöglichkeiten unterhalb der bisherigen Schadenkalkulation.

(...)

Ob die kalkulierten Reparaturkosten "erforderlich" sind oder nicht, soll sich aus den jeweiligen Umständen des Einzelfalles ergeben. Nach Auffassung des BGH soll der Versicherungsnehmer die Aufwendungen für die Reparatur in einer markengebundenen Werkstatt grundsätzlich dann ersetzt verlangen können, wenn nur in der Markenwerkstatt eine vollständige und fachgerechte Instandsetzung seines Fahrzeugs möglich ist. Maßgeblich kann aber auch sein, wenn es sich um ein neueres Fahrzeug oder um ein solches handelt, das der Versicherungsnehmer bisher stets in einer markengebundenen Fachwerkstatt hat warten und reparieren lassen.

(...)


http://www.lto.de/recht/hintergruende/h ... sicherung/
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Re: Urteile

Beitragvon GG146 » Donnerstag, 03. Dezember 2015, 07:33:18

Hoffentlich wird künftig allen Verfassungsfeinden die Einbürgerung verweigert und nicht nur denen, die Richter dummdreist anlügen und sie so verärgern:

Verwaltungsgericht Aachen, Urteil vom 19.11.2015 - 5 K 480/14

Keine Einbürgerung bei fehlender inneren Überzeugung zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung

Das Staatsangehörigkeitsgesetz verlange für die Einbürgerung ein Bekenntnis des Ausländers zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Diese Erklärung sei keine bloße Formalität. Ziel des Bekenntnisses zur Verfassungstreue sei es, die Einbürgerung von Verfassungsfeinden und die daraus herrührende Gefahr für das Staatswesen zu verhindern.

(...)

Ihre Erklärung in der mündlichen Verhandlung, sie habe keine Ah­nung, welche Denkweisen in den einzelnen Moscheen vertreten werde und gar nicht zu wissen, was Salafismus sei, erscheine geradezu lebensfremd:

(...)

Von 1. September 2012 bis 1. Juli 2013 sei sie mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von vier bis fünf Stunden selbst als Lehrerin in einer Moschee beschäf­tigt gewesen, auch wenn sie nach ihrer Aussage niemals Koran­unterricht erteilt habe.

(...)


http://www.rechtsindex.de/verwaltungsre ... undordnung
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