Von Arschlöchern und blöden Säuen

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Von Arschlöchern und blöden Säuen

Beitragvon GG146 » Freitag, 16. August 2013, 15:16:38

Der Publizist und ehemalige Leiter des Kulturressorts des Spiegel Matthias Matussek hat eine Einladung in die Kurt-Krömer-Show angenommen und will jetzt die Ausstrahlung gerichtlich untersagen lassen:

Late Night Show

Matussek unterliegt vor Landesgericht gegen Krömer

Bild

Die ARD darf die umstrittene Krömer-Show senden, das Landesgericht Hamburg sieht den "Spiegel"-Journalisten Matthias Matussek nicht in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt. Doch so schnell will dieser nicht aufgeben.

(...)

Der „Spiegel“-Journalist ist zu Gast in der Sendung, die Anfang Juli im Berliner Ensemble aufgezeichnet wurde. Krömer nennt Matussek darin ein „hinterfotziges Arschloch“ und einen „Puffgänger“. Für Matussek eine Beleidigung, die er nicht hinnehmen möchte.

(...)

Matthias Matussek ist übrigens nicht der einzige Gast in der Sendung. Auch Schlagersängerin Mary Roos saß auf Krömers Sofa – und lachte Tränen über die dessen Provokationen. Sie konnte auch verfolgen, dass sich Matussek dem Komiker offensichtlich nicht komplett ausgeliefert fühlte. Er schoss zurück und nannte Krömer eine „blöde Sau“.


http://www.tagesspiegel.de/medien/late-night-show-matussek-unterliegt-vor-landesgericht-gegen-kroemer/8614408.html

Die Entscheidung des Landgerichts hätte jeder juristische Laie nach einem kurzen Blick in den Wikipedia - Eintrag zum Beleidigungs - § vorhersagen können:

Nach herrschender Auffassung kann in eine Beleidigung ausdrücklich, aber auch konkludent, das heißt durch entsprechendes Verhalten, eingewilligt werden. Begibt man sich beispielsweise in einer Diskussion auf ein unsachliches Niveau und beleidigt andere, so kann ein Gericht dies unter bestimmten Umständen als konkludente Einwilligung dafür werten, daß in der weiteren Erörterung die Beiträge nicht auf die Höflichkeitsgoldwaage gelegt werden, so daß entsprechende Äußerungen nicht strafbar sind. So versuchte beispielsweise ein Gast einer Talkshow die Ausstrahlung zu verhindern, indem er vor Gericht geltend machte, er sei während der Sendung von anderen Talkgästen beleidigt worden, und mit der Ausstrahlung der Sendung mache sich der Sender seinerseits strafbar wegen Beleidigung. Das Gericht erlaubte die Ausstrahlung jedoch mit der Begründung, der Kläger habe in der Sendung seinerseits auf niedrigem Niveau provoziert (Landgericht Nürnberg-Fürth 6. Oktober 2000, Az. 16 S 2865/00). Auch sei ihm wegen eines früheren Talkshow-Besuches bekannt gewesen, worauf er sich mit dem Besuch einer Talkshow einlasse. Dies sei als Einwilligung durch schlüssiges Verhalten zu bewerten, und daher seien die fraglichen Äußerungen nicht strafbar.


http://de.wikipedia.org/wiki/Beleidigun ... schland%29

Um so bemerkenswerter finde ich, dass Herr Matussek und sein Anwalt auch noch das Oberlandesgericht bemühen wollen. Da könnte man schon fast argwöhnen, dass die Justiz benutzt werden soll, um Auflagen und Einschaltquoten zu schinden ...
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Re: Von Arschlöchern und blöden Säuen

Beitragvon GG146 » Freitag, 16. August 2013, 15:24:08

Na sowas, das hätte ich nicht erwartet:

Meinungsfreiheit

Kritik am Rechtsstaat darf auch mal ausfällig sein

"Winkeladvokat" oder "Rassist": Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass auch Beamte und Richter gewisse Beschimpfungen ertragen müssen. Damit stärkt Karlsruhe die Meinungsfreiheit.

(...)

Nicht so empfindlich sein, wer Freiheit will, muss Freiheit aushalten können – das ist der rote Faden, entlang dem die Richter den Freiraum verteidigen. Es gibt Auffassungen, die zu Recht in die Schranken gewiesen werden. Aber jeder Einzelfall ist anders, und in einem freien Land soll man nicht immer gleich beleidigt sein.


http://www.welt.de/debatte/kommentare/article118871963/Kritik-am-Rechtsstaat-darf-auch-mal-ausfaellig-sein.html

Insbesondere hinsichtlich der neuen Freiheit, mit Winkeladvokaten künftig deutsch und deutlich zu reden, fallen mir doch direkt so einige Kandidaten ein. :)
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Re: Von Arschlöchern und blöden Säuen

Beitragvon GG146 » Freitag, 16. August 2013, 15:25:33

Das hat dann wohl ungeachtet des aktuellen politischen Kontextes und der Provokationen Sarrazins die Grenzen der Meinungsfreiheit gesprengt:

LG Berlin zu Berichterstattung über Thilo Sarrazin

taz muss 20.000 Euro Entschädigung zahlen

(...)

Der Artikel des Journalisten Deniz Yücel enthielt die Formulierung "Buchautor Thilo S., den man, und das nur in Klammern, auch dann eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur nennen darf, wenn man weiß, dass dieser infolge eines Schlaganfalls derart verunstaltet wurde und dem man nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten".

(...)


http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lg-berlin-urteil-27-o-183-13-thilo-sarrazin-taz-persoenlichkeitsrechtsverletzung-entschaedigung/?googlenews=1&cHash=f16a1462495e1bf7e4dbe8eca84c2315
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Re: Von Arschlöchern und blöden Säuen

Beitragvon GG146 » Montag, 19. August 2013, 13:46:43

Das OLG Hamburg hat die Entscheidung des LG zugunsten Kurt Krömers bestätigt:

"Late Night Show"

Mattussek verliert gegen Krömer auch vor Oberlandesgericht

"Spiegel"-Autor Matthias Matussek muss sich gefallen lassen, dass ihn Kurt Krömer "Puffgänger" und "hinterfotziges Arschloch" nennen darf. Das ist Satire, entschieden jetzt auch die Richter des Hamburger Oberlandesgerichts. Matusseks Anwalt findet das falsch.

(...)

Matusseks Anwalt Joachim Steinhöfel kann die Entscheidung nicht nachvollziehen: „Den Gossenjargon Krömers hält das OLG für den ‚Teil eines satirischen Spiels‘. Das ist so falsch, das noch nicht einmal das Gegenteil richtig ist.“ Weitergeklagt wird nicht.

(...)


http://www.tagesspiegel.de/medien/late-night-show-mattussek-verliert-gegen-kroemer-auch-vor-oberlandesgericht/8649760.html


Fragt sich, was das "Gegenteil eines satirischen Spiels" sein soll und was außer Satire oder Nichtsatire noch vorliegen könnte ...

Ich habe eher den Eindruck, dass die Rechtsposition von Herrn Matussek und seinem Anwalt ebenso unernsthaft gemeint ist wie die Beleidigungen Kurt Krömers und dass die Justiz hier zu einem Bestandteil des Showgeschäfts gemacht wurde. :roll:
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Re: Von Arschlöchern und blöden Säuen

Beitragvon GG146 » Freitag, 23. August 2013, 17:38:52

Die taz wird derzeit scharf kritisiert, weil die Chefredakteurin einen Artikel zu dem heiklen Thema "Grüne & Pädophilie" aus dem Blatt genommen hat:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/gruene-und-paedophile-taz-chefin-in-erklaerungsnot-12544077.html

Ausgerechnet ein Autor der "Achse des Guten" wirbt nun um Verständnis dafür. ;)

Lasst die „taz“ in Ruhe

(...)

Ganz anders die taz. Sie wird im Wesentlichen von einer Genossenschaft am Leben gehalten. Neuntausend Genossen, die meisten wohl Parteigänger der Grünen, wenden zum Teil nicht unerhebliche Summen dafür auf, dass ein auf ihre Bedürfnisse maßgeschneidertes Produkt erscheinen kann. Für ihre Kohle bekommen sie einen Content geboten, den es so woanders nicht gibt. Eine eigene, ganz aparte Welt, in der friedliche Völker sich gegen kriegslüsterne Amis und Israelis wehren, sympathische Biobauern gegen die Allmacht der Agrarlobbyisten aufstehen, Windräder und Solardächer schon heute die Stromversorgung sicherstellen könnten und Multikulti kein Problem wäre, gäbe es nicht überall Nazis.

(...)

Die taz ist die privateste Zeitung, die wir haben. Vergleichbar höchstens mit dem von ADAC-Mitgliedern finanzierten Clubmagazin „Motorwelt“. Kann man der Motorwelt vorwerfen, dass sie keine Artikel druckt, welche zum Ergebnis kommen, das Automobil sei die größte Scheiße, die je erfunden wurde?

(...)


http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/lasst_die_taz_in_ruhe
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Re: Von Arschlöchern und blöden Säuen

Beitragvon DJ_rainbow » Freitag, 23. August 2013, 18:32:37

Meinen Kommentar hat die Achse des Guten noch (?) nicht freigeschaltet. :(
Niemand hat die Absicht, eine Kassenstasi zu errichten? Wer das glaubt, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Disclaimer: http://kassenstasi-nein-danke.forumprofi.de/uservorstellung-f13/auf-los-geht-s-los--t2.html
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Re: Von Arschlöchern und blöden Säuen

Beitragvon GG146 » Freitag, 23. August 2013, 22:00:29

DJ_rainbow hat geschrieben:Meinen Kommentar hat die Achse des Guten noch (?) nicht freigeschaltet. :(


So wie ich Deine Formulierungskünste kenne, passte der Kommentar wahrscheinlich nicht zu dem Motto "Lasst die taz in Ruhe". :mrgreen:
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Re: Von Arschlöchern und blöden Säuen

Beitragvon DJ_rainbow » Freitag, 23. August 2013, 22:13:21

Passt er auch nicht. Ich hab sinngemäß geschrieben, dass ja die taz nicht etwa die analoge Zentralorgans-Schmierlappensammlung eines linksgrün versifften Vereins wäre, sondern dass sie - in ihrem Online-Auftritt - linksfaschistoiden Gesinnungsterroristen die Bühne gibt, ungehindert Andersdenkende als Nazis zu diffamieren.

Und wer in der Öffentlichkeit Kegel schiebt, muss sich auch öffentlich vorrechnen lassen, was und wie gut er getroffen hat.
Niemand hat die Absicht, eine Kassenstasi zu errichten? Wer das glaubt, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

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Re: Von Arschlöchern und blöden Säuen

Beitragvon GG146 » Freitag, 14. Februar 2014, 18:34:09

Diesmal könnte Herr Matussek vor Gericht Erfolg haben, wenn er gegen die Neue Rheinpresse oder die Autorin dieses Artikels vorginge: ;)

Matthias Matussek

Homophober beschwert sich, kein menschenverachtendes Arschloch mehr sein zu dürfen

Der ehemalige Spiegel-Redaktuer Matthias Matussek war schon immer ein ganz weit rechts stehender, erzkonservativer Polterkönig. Nun als Kolumnist im Axel-Springer-Verlag tätig, kann der verbriefte Nicht-in-den-Puff-Geher und das auf keinen Fall hinterfotzige Arschloch endlich schreiben, was er wirklich denkt.

(...)

Und natürlich verbittet es sich Matussek, ihn deswegen anzufeinden. Dabei übersieht er, dass niemand von ihm verlangt, Homosexualität gut zu finden, sondern lediglich, allen Menschen die selben Rechte einzuräumen: Also auch Homosexuellen, Bisexuellen, Transsexuellen und Heterosexuellen. Nicht verwunderlich, dass man das als ungefickter Wicht nicht versteht. Deswegen: Verschwinde endlich, du menschenverachtendes Arschloch.


http://neue-rheinpresse.de/gesellschaft/matthias-matussek-homophober-beschwert-sich-kein-menschenverachtendes-arschloch-mehr-sein-zu-duerfen
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Re: Von Arschlöchern und blöden Säuen

Beitragvon GG146 » Donnerstag, 06. März 2014, 21:29:09

Wie bei Brüderle, nur umgekehrt ... :shock:

Antwort auf als ungerecht empfundene Klausur

"Ich möchte mich hiermit bei Ihnen bedanken, dass Sie mich so sehr in den Arsch gefickt haben"

Vermeintlich oder tatsächlich unfaire Aufgabenstellungen in der Klausur sind immer wieder ein Ärgernis. Anstelle einer Bearbeitung hat eine Studentin aus Potsdam nun ein "Dankesschreiben" verfasst, in dem sie ihrem Frust mit deutlichen Worten Ausdruck verleiht. Der Professor fühlt sich in seinen Rechten verletzt - und hat nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Strafanzeige erstattet.

(...)

"Falls wir uns in einem Puff wiedersehen, wissen Sie warum"

Und damit nicht genug. Denn obwohl sie angesichts der Schwierigkeiten bei der Klausurbearbeitung Zweifel an einer juristischen Tätigkeit beschlichen, wollte die Studentin ihren akademischen Ziehvater dennoch wissen lassen, dass er für ihre künftige Karriere prägend sei.

Schließlich treibe er sie in die Prostitution, weil sie sonst nichts anderes könne und sich ein Studium nicht mehr leisten könne, da Anfang September ihr Anspruch auf BAföG wegfalle. Die weitsichtige Verfasserin wollte auch nicht ausschließen, dass sich ihre Pfade in der Zukunft noch einmal kreuzen würden: "Falls wir uns dann in irgendeinem Puff wiedersehen, wissen Sie warum."

Ein bisschen wie Brüderle, nur eben ganz anders

Der von so viel Verbindlichkeit offenbar überforderte Professor reagierte ungehalten, sieht sich gar als Opfer einer sexuellen Beleidigung und zieht Parallelen zum Fall von Rainer Brüderle. Wenn auch mit umgekehrten Geschlechterrollen. Und Machtverhältnissen. Und Lebensalter. Und eigentlich auch allem anderen. Trotzdem: Derartige Äußerungen seien gegenüber Frauen gänzlich inakzeptabel, und müssten es also auch gegenüber Männern sein. Mit der Prüfung dieser Rechtsansicht ist inzwischen die Staatsanwaltschaft Potsdam befasst, bei der Strafanzeige eingegangen ist.

(...)


http://www.lto.de/recht/studium-referendariat/s/uni-potsdam-studentin-klausur-sexuelle-beleidigung/
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