Ärzte gegen die eGK

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Ärzte gegen die eGK

Beitragvon GG146 » Samstag, 11. Mai 2013, 19:23:41

Ich habe zu diesem aktuellen Heise - Artikel:

Elektronische Gesundheitskarte: Ärzte proben den Aufstand

In der für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) verantwortlichen Projektgesellschaft Gematik rumort es kräftig. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ist drauf und dran, aus der Gematik auszutreten. Grund ist die Weigerung der übrigen Gematik-Gesellschafter, beim quartalsweisen Online-Datenabgleich auch andere Verfahren wie etwa das über einen Kiosk der Krankenkassen zuzulassen. Als Körperschaft des öffentlichen Rechtes unterliegt die KBV der Rechtsaufsicht des Bundesgesundheitsministeriums, das die KBV zum Wiedereintritt zwingen kann.

(...)


http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 60686.html

... einen thread angelegt und das hiesige Projekt verlinkt:

http://www.heise.de/newsticker/foren/S- ... 3159/read/
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Re: Ärzte gegen die eGK

Beitragvon GG146 » Mittwoch, 29. Mai 2013, 23:10:59

Auf heise.de betreibt jemand fleißig Propaganda für die eGK. Ich kopiere das mal hierher, damit man die einzelnen Punkte hier abhandeln kann.

anonymes_pseudonym (21 Beiträge seit 05.05.11)
/mecki78 schrieb am 28. Mai 2013 12:19

>
> Weil ich nicht von denen daheim telefonisch belästigt werden will.


Dann brauchst Du die Nummer auch nicht weitergeben...

> Außerdem haben sie haben ja meine Handynummer und würden sie nicht
> mit unterdrückter Rufnummer anrufen, dann würde ich vielleicht auch
> an's Handy gehen, wenn ich gerade Zeit und Lust dazu habe. Aber um zu
> entscheiden ob ich ausreichend Zeit und vor allem Lust habe, muss ich
> wissen, wer mich gerade anruft und das weiß ich nicht, wenn dort nur
> "Anonymer Anruf" steht.


Ach so, mobil dürfen sie Dich dann belästigen, wenn sie ihre Nummer
nicht unterdrücken. Sehr logisch, aber wie schon mal gesagt, jeder
macht es sich selbst so schwer wie er es will. Dann beschwer Dich
aber auch nicht über die Versuche der Kasse Dich auf allen möglichen
Wegen zu erreichen.

> So bleibt ihnen nur der Postweg bzw. E-Mail,
> aber E-Mail schicken die mir nie, obwohl sie natürlich auch meine
> Mailaddresse haben.


Hmm, e-mail ist bei Dir also erlaubt. Aber die würdest Du vermutlich
als Spam klassifizieren (wegen der Belästigung).
>
>
> Und das zig andere auch tun, dann wird die Kasse sich vielleicht in
> Zukunft dafür stark machen beim Gesetzgeber, diesen ganzen
> Schwachsinn zu ändern. Denn Protest gegen die eGK gab es im Vorfeld
> genug, aber der wurde einfach von der Politik ignoriert. Such doch
> mal bei Google, du findest hunderte von Protestseiten zu diesem Thema
> und hunderte von Tipps wie man eine eGK vermeiden kann, wie man
> zumindest eine ohne Foto bekommen kann und sogar Tipps, wie man gegen
> die eGK Widerspruch und danach Klage erheben kann (und akut sind
> immer noch diverse solche Klagen am laufen).
>

Hunderte von Protestseiten also... Wenn ich großzügig bin, sind es
ein Dutzend. Verwechsele bitte nicht Foreneinträge mit Webseiten, das
gibt doch noch einen Unterschied.

>
> Weil dort der Vorname meiner Mutter steht und das nicht der meinige
> ist? Wenn du Hans Müller erreichen willst, rufst du dann wahllos bei
> allen Müller im Telefonbuch an, auch wenn dort nicht der Vorname Hans
> steht?
>


siehe oben

>
> Nicht bei Subunternehmen, beim Hauptproduzenten. Google ist dein
> Freund. Die Daten werden dort gespeichert, damit sie jederzeit
> abgeglichen und eine Karte jederzeit aktualisiert bzw. neu erstellt
> werden kann (ohne die Daten dafür erneut erheben zu müssen).
>


Was hat jetzt Google damit zu tun oder ist das nur ein verunglückte
Metapher? Erklär mal bitte genauer, was Du damit meinst.
Die Stammdaten die auf Deiner KVK oder eGK sind werden so oder so bei
der Kasse gespeichert.
Der Kartenproduzent hat übrigens mit der Online-Aktualisierung nichts
zu tun, das ist Sache der Kassen.

>
> Weil das System es notwendig macht, um so zu funktionieren wie es
> konzipiert wurde (mach dich mal schlau wie die Infrastruktur aus
> technischer Sicht wirklich aufgebaut ist) und weil der Gesetzgeber es
> deswegen notgedrungener Weise explizit erlaubt hat bzw. erlauben
> musste (siehe entsprechende Gesetze). Genau dagegen richtet sich von
> Anfang an der Protest gegen die Karte - dagegen und gegen zig weitere
> Aspekte.
>


Im Unterschied zu Dir habe ich mich schlau gemacht. Die
datenschutzrechtlichen Anforderungen sind bei der eGK deutlich
schärfer als bei der ec-Karten Herstellung. Schau einfach mal in den
entsprechenden § 291a SGB V , BDSG und die offiziellen
veröffentlichten Dokumente zum Datenschutz eGK.

>
> Weil hier die Daten nicht zentral gespeichert wurden (nur bei meiner
> Krankenkasse und nirgendwo sonst), weil hier die Daten nicht beim
> Produzenten "gecached" wurden (dieser musste sie sofort nach
> Erstellung der Karte vernichten), weil hier kein Foto zusammen mit
> den Daten gespeichert wurde (nirgendwo und bei niemanden), weil hier
> außer Name, Geburtsdatum, Geschlecht, Versicherung und
> Versicherungsnummer nichts weiter gespeichert wurde (keine weiteren
> persönlichen Daten, schon gar keine Patientendaten oder andere
> medizinische Daten oder irgend etwas anderes), weil hier keine
> Sonderregelungen galten, sondern der gleiche Datenschutz wie bei EC
> Karten.
>


Die Stammdaten zur eGK-Produktion sind genauso wie bei der KVK nur
bei Deiner Kasse gespeichert (weil sie die gleichen sind) und werden
genauso nur für die Kartenproduktion (temporär) weitergegeben.
Medizinische oder Patientendaten werden bei der Produktion nicht auf
die eGK gebracht (wo sollten sie auch herkommen?)
Thema Datenschutz: siehe oben

>
> Was ist bei akuten Erkrankungen oder Unfällen, wenn du gerade deine
> eGK nicht zur Hand hast? Behandeln muss dich ein Arzt so oder so bei
> Notfällen, einen Versicherungsnachweis darfst du auch immer im
> Nachhinein erbringen. Glaubst du, wenn du einen Autounfall hast, dass
> dich irgendwer nach deiner eGK fragt, während du dabei bist zu
> verbluten?
>


Nein, glaube ich auch nicht. Allerdings will ein Arzt einen
Versicherungsnachweis, wenn man z.B. wegen einer Erkältung bei ihm
vorstellig wird. Über einen zusätzlichen Aufwand durch nachgereichte
Papierbescheide wird er bzw. sein Personal nicht sehr glücklich sein.

> Dieser Prozess wurde nie für ungültig erklärt, er ist
> nach wie vor der Standardprozess, auch die eGK ist nur ein
> vereinfachter Ergänzungsprozess auf rein elektronischer Basis.
>

Die Ausstellung und Versendung von Papiernachweisen sind seit
Einführung der KVK definitiv kein Standardprozess. Frag einfach mal
Deine Kasse.

>
> Weil es das System eben bedingt. EC-/Kreditkarten entsprechen vom
> System her den alten Krankenkassenkarten. So etwas wie eGK gibt es im
> Bankwesen nicht.

Chipkarten (mit Prozessor), zu der die eGK zählt, gibt es sehr wohl
im Bankwesen, z.B. EMV-Kreditkarten.
>
> http://www.stoppt-die-e-card.de
>
> Über einen dreiviertel Million Unterschriften gegen die Karte.

Leider widersprechen sich die Daten auf der Seite ein wenig.

Online-Petition (http://phppetition.schoepfwerk.net/):
Gesamtunterschriften bisher = 12321

D.h. es wurden auf anderem Weg (Fax, Brief, Sraßenaktion etc. )
746.000 Unterschriften gesammelt. Tut mir leid, diese Diskrepanz
zwischen Online- und Offline-Voting klingt für mich nicht plausibel.
Und wenn, sind es unter 1% der Gesamtbevölkerung Deutschlands...

> Reicht dir nicht? Falls nicht, da gibt es noch ein paar weitere
> Petition. Sicher haben einige Leute vielleicht gleich mehrere
> unterzeichnet, aber selbst wenn man die Duplikate herausfiltern
> würde, kommt man sicher auf über eine Million Unterschriften.


Es geht mir nicht darum ob es mir persönlich reicht, sondern wo sich
so etwas niederschlägt. Ich habe noch von keiner Aktion gehört, in
der diese Unterschriften dem Bundesgesundheitsminister übergeben
worden sind. Wäre ja aus Deiner Sicht höchste Zeit. Warum tun das die
Initiatoren der Petition nicht öffentlichkeitswirksam?
>
> Noch einmal: Niemand will wirklich diese Karte. Niemand hat wirklich
> Vorteile durch diese Karte (nenne mir doch bitte mal nur einen
> Vorteil von dieser Karte, nur einen einzigen!).

- Kontrolle über Speicherung und Weitergabe von meinen medizinischen
Daten
- Notfalldaten
- Eindämmung des Versicherungsmißbrauchs

> Diese Karte macht
> allen nur mehr Arbeit, verschlingt als Arbeitszeit und Resourcen (und
> damit indirekt auch wieder Geld). Die Karte und ihre Infrastruktur
> verschlingt unvorstellbare Geldmengen; Geld, dass man so dringend im
> Gesundheitswesen brauchen könnte, und zwar für die Patienten und
> deren Gesundheit. Die Karte ist ein Datenschutzgrab, die Art wie
> Daten erhoben, gespeichert und verteilt werden ist unterirdisch.
>

Erkläre mir bitte "Datenschutzgrab" und das "unterirdische" am Daten
erheben, speichern und verteilen bei der eGK. Bitte aber mit Fakten
und nicht mit Mutmaßungen.

>
> Mit einem USB Stick für 4 Euro aus dem Supermarkt, über den du die
> Kontrolle hast. Bisher war es so, dass dir die Daten in Papierform
> ausgehändigt wurden und du musstest die eben von Arzt A zu Arzt B
> bringen. Das könnte man heute leicht machen, indem man die Daten auf
> einen USB Stick speichert.

Schon klar, Du spielst den Postboten für den Arzt oder das
Krankenhaus, da spart er gleich das Porto für den herkömmlichen
Arztbrief oder die Faxkosten.

> Gegen den Formatwildwuchs (der mir
> nebenbei nicht bekannt ist, denn z.B. so Dinge wie Röntgenbilder,
> Ultraschallbilder, Tomografien, etc. werden immer in den gleichen,
> wohl bekannten Formaten gespeichert, Patientenakten sind einfach nur
> Text)


Du denkst also das Patienakten schlichter ASCII-Text ist,
interessant.
Wenn es so einfach mit den Formaten wäre, hätten das Gesundheitswesen
tatsächlich ein Problem weniger.

> hilft es, einfach die Dateiformate fest zu spezifizieren. Das
> muss man so oder so machen, ob man nun die Daten auf der Karte oder
> auf einen USB Stick speichert. Dafür ein komplexes Kartensystem für
> Million (oder Milliarden?) von Euro einzuführen, das aktuell
> derartige Daten ja noch nicht einmal speichern kann (kommt ja erst
> mit Version 2.0... vielleicht), war komplett unnötig.


Die eGK soll ja auch nicht primär alle Daten selbst speichern,
sondern einen persönlichen Zugangsschlüssel hierfür bereitstellen.

> Abgesehen
> davon, dass man die Daten eben auch elektronisch übertragen kann oder
> "in der Cloud" speichern kann, nur dann hast du über die Daten und
> deren Verbreitung keinerlei Kontrolle mehr, dann musst du komplett
> dem System vertrauen. Und Gesundheitsdaten/Patientendaten dürften
> wohl zu den sensibelste Daten gehören, die es überhaupt in der
> heutigen Zeit gibt.

Langsam kommst Du der Sache schon näher, es geht um Vertrauen und
Kontrolle. Weißt Du was zur Zeit mit Deinen medizinischen Daten, z.B.
in einem Krankenhaus passiert und wo und wie (sicher) diese
gespeichert und übertragen werden?

>
> /Mecki


http://www.heise.de/newsticker/foren/S- ... 3851/read/
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Re: Ärzte gegen die eGK

Beitragvon Caloderma » Sonntag, 24. November 2013, 19:56:08

Viel Wirbel um nichts ! Wer dagegen ist und meint die neue eGK verschlinge viel Arbeit, Zeit und Geld, solle doch mal einen H4 Erstantrag stellen. Von dem fühle ich mich weitaus mehr kontrolliert und ausspioniert. ( Auch wenn das H4 Thema hier nicht reingehört )
vorwärts nimmer, rückwärts immer
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